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Vom Kühlschrank zur Zapfanlage

Nachdem der passende Kühlschrank gefunden wurde, geht es ans Eingemachte! Wir bohren ein Loch für die Bierleitung in unseren Kühlschrank. In diesem Beitrag zeige ich dir, auf was du dabei achten solltest…

Kein Meister fällt vom Himmel

Wenn du bisher dachtest, dass du ohne etwas handwerkliches Geschick an deine selbstgebaute Zapfanlage kommst, muss ich dich nun enttäuschen. Aber keine Angst – ich habe auch zwei linke Hände und habe es hinbekommen. In diesem Beitrag werde ich dir neben dem idealen Vorgehen auch von meinen Fehlern berichten, damit du daraus lernen kannst. Und wenn doch mal etwas schief geht, denk daran: Kein Meister ist je vom Himmel gefallen. Auf geht´s!

Ohne passendes Equipment geht es nicht

Unser Kühlschrank ist geputzt und einsatzbereit. Das erste Fass könnte nun bereits gekühlt werden, allerdings wollen wir das Bier ja auch irgendwie aus dem Fass in unsere Gläser bekommen. Dazu benötigen wir eine Zapfsäule mit entsprechendem Zapfhahn. Beides muss irgendwie an den Kühlschrank montiert werden. Ich habe mich dafür entschieden mein Bier auf Bauch-/Brusthöhe zapfen zu können. Deshalb muss ein entsprechendes Loch für eine Schanksäule auf den Kühlschrank. Wie im letzten Beitrag bereits erwähnt, gibt es auch die Möglichkeit seitlich zu zapfen. Ohne passendes Equipment geht es aber nicht. Ich musste mir also zuerst überlegen wie ich das Loch in die Oberseite des Kühlschranks bekomme. Meine Bohraufsätze waren allesamt zu dünn. Je nach breite des Bierschlauches (ich habe mich für 7mm Außenbreite entschieden) und einer Isolierungsschicht, sollte das Loch mindestens 1,5 bis 2cm Durchmesser besitzen. Ich schaute mich online um und bin dabei auf diese Bohrköpfe gestoßen:

Für 13,66 EURO, habe ich ein komplettes Set erhalten. Hier der Link zu den Bohrköpfen (wie immer kein Affiliate) bei Amazon. Was ich beim Kauf nicht bedacht hatte: Diese Köpfe bohren einen runden Kreis, welcher das Material im Kreis natürlich unberührt lässt. Beim Kühlschrank war das kein Problem, da die Dämmung weich ist und nachgegeben hatte. Allerdings stellte mich das später vor eine Herausforderung, da ich mit diesen Köpfen auch das Loch in die Holzarbeitsplatte sägen wollte. Da die Arbeitsplatte jedoch dicker war als die Tiefe des Bohrkopfes, wurde alles etwas umständlicher. Falls du also eine andere Lösung zum Bohren des Loches in den Kühlschrank gefunden hast, lass es mich in den Kommentaren wissen.
Außerdem möchte ich hier gleich anmerken, dass die Lochgröße gut überlegt sein sollte. Ich hatte mir überlegt erstmal klein anzufangen und das Loch dann, falls nötig, noch mal zu erweitern. Es stellte sich heraus, dass die Erweiterung aufgrund des fehlenden Widerstandes (der kleine Bohrer in der Mitte des Bohrkopfes sorgt für Halt) kompliziert war und das Loch beim Nachbohren ausfranste. Also besser gleich die richtige Größe wählen. Ich habe dir die einzelnen Arbeitsschritte mit Bildern dokumentiert. Wie gesagt, es war an sich kein Hexenwerk, man sollte nur nicht unbedacht an die Sache rangehen…

Vor dem Bohren Kopf einschalten

Bevor es mit dem Bohren losgeht, sollten wir noch mal unser Köpfchen einschalten. Muss/will ich den Kühlschrank wirklich anbohren? Mir ist glücklicherweise noch kurz vorher eingefallen noch mal zu überprüfen ob das Ding mein Bier überhaupt auf die gewünschte Temperatur runterkühlen kann…Mein Grill-Thermometer hat mir hierbei gute Dienste geleistet:

Nachdem also klar war, dass der Kühlschrank es (zumindest in leerem Zustand) auf die für Guinness üblichen +4°C schafft, wollte ich noch mal sichergehen, dass keine Leitung im Deckel verläuft. Ich machte mich also, wie im letzten Beitrag beschrieben, daran mit einem kleinen Teppichmesser und einem Schraubenzieher an der gewünschten Stelle vorsichtig nach einer Leitung zu suchen…

Da ich auf keine Widerstand gestoßen bin, konnte ich mit dem Bohrer ran. Es bietet sich an von Innen nach Außen zu bohren, wenn auf den Kühlschrank noch eine separate Arbeitsplatte montiert wird. Eventuelle Ausfransungen am Loch befinden sich dann oben und werden später verdeckt. Sofern du einen Kühlschrank mit integrierter Arbeitsplatte verwendest, ist wieder Hirnschmalz gefragt: Entweder du bohrst auch hier das Loch von Innen nach Außen und deckst eventuelle Ausfransungen mit der Zapfsäule ab oder du bohrst umgekehrt. Dann sollte darauf geachtet werden, dass du am Ende des Bohrvorganges auf die Plastikhülle im Inneren des Kühlschranks triffst. Durch den Druck kann diese reißen. Daher meine Empfehlung: Immer von Innen nach Außen bohren. Miss die Stelle mit dem Meterstab ab, von Innen und Außen, und denk dabei an die Wanddicke des Kühlschranks. So kannst du die ideale Position für das spätere Loch finden. Ich habe mich für eine mittige Positionieren entschieden, welche leicht nach hinten versetzt ist (damit später ein Tropfblech noch drauf passt). Nun geht´s ans Bohren, natürlich nicht ohne die Stelle an der gebohrt wird vorher abzukleben (vermeidet ebenfalls Ausfransungen). Außerdem empfehle ich dir, dass eine zweite Person mit einem Staubsauger gleich die kleinen Isolierteilchen aufsaugt, die sonst zwangsläufig überall rumfliegen:

Ich war selbst überrascht, wie schnell der Bohrer durch war. Es sieht alles sauber aus und gab keine größeren Ausfransungen. Kleine Unebenheiten oder spitze Kanten beseitigte ich mit etwas Schleifpapier. An dieser Stelle könnte der Beitrag zufrieden abgeschlossen werden. Leider stellte ich später fest, dass ich das Loch zu klein gebohrt hatte. Ich musste also noch mal ran. Dieser zweite Versuch, ich habe ihn nicht mit der Kamera festgehalten, franste das Loch dann doch echt ordentlich aus. Geschuldet war dies dem fehlenden Widerstand, wie oben bereits beschrieben. Deshalb mach dir bitte vorher Gedanken, wie breit das Loch sein muss. Da der Bierschlauch isoliert werden sollte, schau bitte danach wie breit das Loch sein muss, damit deine Isolierung gut und dicht abschließt. Ist das Loch zu dünn, reißt deine Isolierung. Ist es zu groß, bringt deine Isolierung nichts. Im Internet habe ich auch schon gesehen, dass Leute anstelle eines Isolierschlauches für die Leitung, diese etwas eingefettet hatten und das restliche Loch mit Isolierschaum aufgefüllten. Ich halte das für eine gute Idee, man sollte jedoch sicherstellen, dass die Leitung beweglich bleibt und bei Bedarf auch herausgezogen und wieder eingezogen werden kann.

Zum Thema „Löcher bohren“ ist in meinen Augen im Moment alles gesagt. Die optische Aufbesserung unseres Kühschranks wird Teil des nächsten Beitrages sein. Hier habe ich etwas Hilfe von meinen Freunden bekommen, denn es war Teamarbeit gefragt. Bis dahin würde mich jedoch interessieren: Hast du eine andere Idee, wie man das Loch in den Kühlschrank bekommt? Kennst du vielleicht eine Möglichkeit ein bereits gebohrtes Loch zu erweitern, ohne das es zu hässlichen Ausfransungen kommt? Wie würdest du das Loch abdichten? Über dein Kommentar freue ich mich bereits jetzt!

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Liebe Grüße

Oli

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