Blog

11.01.2018

Wieso, weshalb, warum?

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

schön, dass du den Weg zu meinem ersten Blog gefunden hast. In meinem ersten Eintrag möchte ich etwas darüber erzählen, wieso ich auf die Idee gekommen bin einen Blog zu starten, weshalb ein Blog zum Thema Selbstzapfen in meinen Augen nötig war und warum ich das dahintersteckende Projekt der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte. Ich hoffe du hast Spaß am Lesen!

Mein Blog-Projekt soll so aufgebaut sein, dass sich jeder daran beteiligen kann, ob mit Ratschlägen oder Hinweisen! Die Kommentarfunktion ist aktiviert! Außerdem geht zeitgleich mit dem Blog auch ein kleines Forum online. Nach der Anmeldung hast du hier die Möglichkeit deine eigenen Projekte vorzustellen und dich mit Gleichgesinnten auszutauschen! Ich freue mich über jeden Beitrag. Wichtig ist mir ganz allgemein, dass bei allen Kommentaren und Einträgen die Netiquette beachtet wird! Das hier ist mein Hobby und das soll schließlich Spaß machen. Nun aber zum eigentlich Thema.

In diesem Blog soll es darum gehen, meine Fortschritte beim Bau einer eigenen Guinness-Zapfanlage schriftlich und bildlich zu dokumentieren. Ihr erhaltet also Einblick in die Entstehung einer Zapfanlage, dabei schauen wir uns genauer an welche Teile benötigt werden, auf was wir bei der Planung achten sollten und welchen finanziellen Rahmen man ansetzen muss. Dabei wird voraussichtlich jeden zweiten Donnerstag Abend oder Freitag Morgen ein neuer Beitrag erscheinen. So könnt ihr Schritt für Schritt und quasi in „Echtzeit“ nachverfolgen, wie mein Projekt Form annimmt.

Bevor wir uns mit diesen Rahmenbedinungen für mein Projekt genauer befassen, möchte ich dir erst die Hintergründe für meine Idee näher bringen.

Das schwarze Gold! Oder: Wer einmal Blut leckt…

Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Bau einer Guinness-Zapfanlage. Es könnte genauso gut jede andere Art von Zapfanlage sein, die in diesem Blog gebaut werden könnte, allerdings habe ich mich aus einem einfachen Grund für eine Guinness-Zapfanlage entschieden: ICH LIEBE GUINNESS!

Meine Liebe zum schwarzen Gold begann so in etwa am 250. Guinness-Jubiläum. Gemeinsam mit einem guten Freund und Kollegen hatte ich den Irish-Pub meiner Heimatstadt betreten. Was Guinness anging, war ich ein unbeschriebenes Blatt. Sicher, ich hatte schon vom Guinness-Buch der Rekorde gehört aber um ehrlich zu sein hatte ich das nicht in Zusammenhang zu der Biermarke Guinness gebracht. Als wir unsere „Halbe“ bestellten, kam zufälligerweise eine junge Dame an unseren Tisch. Sie klärte uns auf, dass Guinness seinen 250. Geburtstag feiert und wir an einem Gewinnspiel teilnehmen können! Jeder Teilnehmer hatte die Chance auf eine Reise ins Weltall und darüberhinaus wurde die Teilnahme mit einem kostenlosen Guinness belohnt! Wir taten was wir immer taten, wenn es ein Gewinnspiel gab: wir füllten die Gewinnkärtchen mit der Adresse unseres Chefs aus und amüsierten uns bereits herzlich darüber, dass wir ihn im Glücksfall tatsächlich zum Mond schießen konnten!

Nachdem wir unsere „Halbe“ geleert hatten, machten wir uns daran unseren Gutschein einzulösen. Hierbei staunte ich das erste mal nicht schlecht. Während jedes andere Getränk innerhalb kürzester Zeit am Tisch war, ließ das Guinness auf sich warten! Ich fragte mich: warum dauert das nur so lange?! Heute weiß ich es besser: ein perfektes Guinness wird nicht einfach durchgezapft! Der Zapfvorgang wird regelrecht zelebriert! An dieser Stelle sei bereits darauf hingewiesen, dass ich mich mit dem perfekten Zapfen eines Guinness zu einem späteren Zeitpunkt detailliert auseinandersetzen werde!

Zurück zur Geschichte: Endlich kam unsere Bestellung! Doch was uns da serviert wurde sah so gar nicht nach Bier aus… Eine schwarze Brühe stand vor uns, gekrönt von einer dicken, cremefarbenen Schaumkrone. Die Flüssigkeit im Glas schien so dickflüssig zu sein, dass selbst die Gasbläschen nach unten sanken anstatt aufzusteigen (der Erklärung dieses Effektes hat sich sogar ein englischer Professor angenommen)!
Naja, umsonst ist umsonst, sagt der Schwabe, und darum stießen wir an. Was sich beim ersten Schluck in meinem Gaumen abspielte, lässt sich nur schwer beschreiben. Das Bier war tatsächlich deutlich zähflüssiger als ich es von anderen Bieren gewohnt war. Sofort machte sich im meinem Mund eine unglaubliche Fülle an Geschmäckern breit. Mit dieser Wucht und Gewaltigkeit hatte ich nicht gerechnet. Nach dem Schlucken kämpfte sich eine Bitterkeit die Geschmacksknospen entlang. Ja wirklich, der erste Schluck Guinness war ein totaler overload! Und ich muss gestehen: das erste Guinness meines Lebens haute mich zwar vom Hocker, lecker war es trotzdem nicht!

Wir diskutierten eine Weile über den eigentümlichen und unverwechselbaren Geschmack, der sich mit keinem der uns bisher bekannten Biere vergleichen ließ. Schluck für Schluck wurde das Bier interessanter. An dieser Stelle beginnt das Abenteuer: Keinesfalls Liebe auf den ersten Blick, hatte ich nach meinem ersten Glas Guinness plötzlich das Verlangen nach mehr! Und dieses Verlangen hält bis heute an. Man kann sagen, dass ich regelrecht nach Guinness verrückt bin.

Im Laufe der Jahre hat sich mein Geschmackssinn erweitert. Das Zapfen des Bieres spielt für mich eine wichtige Rolle. Und hier kommen wir an einen heiklen Punkt. Jeder, der regelmäßig Guinness trinkt weiß, dass Guinness nicht gerade das günstigste Bier in einer Bar ist. Zwischen 4,90€ und 5,50€ muss man je nach Stadt und Pub für das schwarze Gold berappen. Und wenn das Bier dann nicht nach allen Regeln der Kunst eingeschenkt wird, kann die Enttäuschung manchmal nicht verborgen werden. Das hat mich bereits in einige brenzliche Situationen gebracht. Ich kann dir sagen: Gastwirte mögen es nicht, wenn man ihnen vorschreibt wie sie ein Bier richtig zu zapfen haben…
Die Enttäuschung ist für mich jedesmal groß, wenn ich dann ein solches Guinness vorgesetzt bekomme und jedes mal denke ich mir: warum kann ich nicht mein eigenes Guinness zapfen? Ja, warum eigentlich nicht!?….

Von den Unwägbarkeiten des Guinnesszapfens

„Der hohe Preis, das schlechte Zapfen…Das muss doch günstiger und besser gehen!“. Genau das waren meine Gedanken, als ich das erste Mal auf die Idee kam, mein eigenes Guinness zu zapfen. Google ist dein Freund, und so suchte ich nach Möglichkeiten Guinness gemütlich zuhause zu zapfen. Ich bemerkte jedoch: Guinness im 5 Liter Fass – gibt es nicht! Guinness aus der Flasche – ungenießbar, da kein Draught sonder ein Stout! Guinness aus der Dose – geht schon, aber einfach nicht dasselbe! Eine Guinness Zapfanlage – klar, zum anmieten für ca. 400€! Ohne Bier! Schnell wurde mir klar, dass dieses Thema im Internet eindeutig keine Präsenz hat! Zwar gibt es Foren, welche sich vereinzelt mit dem Thema beschäftigt haben, allerdings konnte ich nirgends eine Anleitung zum Bau finden. „Dann muss ich wohl selbst ran!“, dachte ich mir. Die Idee für diesen Blog war geboren. Ich will damit all jenen, die auf der Suche nach einer Anleitung zum Bau einer eigenen Zapfanlage sind, Hilfestellung geben und gleichzeitig meine eigenen Erfahrungen festhalten. Außerdem möchte ich Interessierten einen Raum bieten, in welchem sie sich über Ideen und die Umsetzung austauschen können!

Die Namensgebung dieses Blogs verdanke ich übrigens einem guten Kumpel und Kommilitonen, welcher beim Mittagessen von meiner Idee erfuhr und in einem Geistesblitz „selbstgezapft.de“ kreierte. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an dich, Clemens!
Falls du dich als Leserin oder Leser jetzt fragst, wieso ich denn nicht einfach für meine paar Gläser Guinness in den Pub gehe, habe ich dir noch eine andere Erklärung, die uns näher zum Grund für diesen Blog bringt…

Versprochen ist versprochen…

Vor gut 7 Jahren war ich mit meiner Freundin erst ein paar Wochen zusammen und wir waren auf dem Nachhauseweg von einer Kneipentour, welche ihren Abschluss bei einem schlecht gezapften Glas Guinness im einem griechischen Irish-Pub (ja, das gibt es wirklich!) fand. Als wir so nach Hause liefen und uns über Guinness und die Welt unterhielten, meinte meine Freundin: „Du magst Guinness so arg! Und jedes mal beschwerst du dich, dass die nicht wissen wie man ein Guinness zapft! Weißst du was? Zu deinem 30. Geburtstag schenke ich dir ein Fass Guinness, dann kannst du dir so viel davon zapfen wie die willst!“. Tja! Versprochen ist versprochen! Dass wir heute, fast 7 1/2 Jahre später noch zusammen sind, hatte sie damals vermutlich nicht gedacht! Ich bin jetzt 29 Jahre und werde im Oktober 30 Jahre alt… Ich kann dir sagen, meine Freundin kommt gerade mächtig ins schwitzen! Denn sie stand die letzten Jahre vor dem selben Problem wie ich! Es gibt nur eine Hand voll Möglichkeiten ihr Versprechen einzulösen: Sie kann einen Irish-Pub mieten – unbezahlbar! Sie kann die 400€-Zapfanlage mieten – unbezahlbar! Oder sie steigt mit mir in den Flieger und wir feiern in Irland – zwar möglich, aber dann fehlen Freunde und Bekannte. Ich machte mich also wie bereits oben beschrieben auf die Suche nach Alternativen. Und als ich herausfand, dass man eine fertige Guinness-Zapfanlage für 1980€ kaufen kann, war mein Ehrgeiz gepackt! Das musste auch günstiger gehen! Die Idee nahm Gestalt an… Welche Rahmenbedinungen ich mir für den Bau gesetzt habe und weshalb, wird im nächsten Blogeintrag besprochen werden. Ich kann aber soviel sagen: Die 1980€ sollen deutlich unterschritten werden!!!

25.01.2018

Vom Fass ins Glas: Die Rahmenbedingungen für das Projekt „Guinness-Zapfanlage bauen“

„Eine eigene Zapfanlage bauen!“ – Das war mein Gedanke! Und falls du auch mit dem Gedanken spielst, könnte der folgende Beitrag für dich interessant sein. Hier wird dir alles Nötige beschrieben, was du für die Planung und Durchführung benötigst und welchen finanziellen Rahmen du ansetzen solltest…

Von teuer bis sauteuer – zum Kaufen gibt es viele!

Nachdem die Beweggründe für mein Projekt „Guinness-Zapfanlage“ im letzten Beitrag ausführlich erklärt wurden, widmet sich der heutige Beitrag den Rahmenbedingungen des Projektes. Hierzu werden erste Überlegungen erläutert, der Kostenrahmen abgesteckt und Besonderheiten beschrieben. Eine Liste mit Materialien wird ebenfalls aufgeführt.

Bei meinen ersten Überlegungen zu einer eigenen Zapfanlage habe ich mich an Zapfanlangen orientiert, welche man bereits fertig kaufen kann. Dass ich auf die Idee kam eine solche Zapfanlage selbst zu bauen ist angesichts der Preise für Komplett-Anlage sicher nicht mehr verwunderlich! Zwischen 700-1.900EUR kann man schnell mal für eine solche Anlage berappen. Für mich deutlich zu viel! Aber ich kann euch versichern: es geht auch günstiger!

Eine Zapfanlage kann auf zwei Arten aufgebaut sein. Es gibt Zapfanlagen mit Durchlaufkühler und Zapfanlagen mit Fassbierkühlschrank. Sicherlich gibt es noch weitere Arten und Varianten – vor allem in der Gastronomie werden häufig verschiedene Komponenten miteinander kombiniert. Für unsere Heim-Zapfanlage wird ein Kühlraum im Keller in Kombination mit einer isolierten Getränkeleitung ins Wohnzimmer wohl eher die Seltenheit sein.

Durchlaufkühler vs. Fassbierkühlschrank – Was ist das richtige für mich?

Ein Durchlaufkühler zeichnet sich dadurch aus, dass das angeschlossene Bierfass nicht vorgekühlt werden muss. Der Durchlaufkühler kann als Trockenkühler oder Nasskühler aufgebaut sein. Vereinfacht gesagt, wird der Trockenkühler an das Stromnetz angeschlossen und kühlt das Bier beim „durchlaufen“ des Gerätes mithilfe einer Kühleinheit auf die vorher eingestellte Temperatur. Ein Nasskühler arbeitet mit einer in die Maschine einfüllbaren Flüssigkeit, meist Wasser, welche im Gerät heruntergekühlt wird. Das Bier durchläuft eine Kühlspirale, welche sich in der Flüssigkeit befindet und kühlt dabei ab. Wenn ihr mehr über das Thema erfahren wollt, kann ich euch diesen Artikel von Jörg Krüger im Braumagazin empfehlen. Durchlaufkühler haben ihren Preis. Außerdem sind sie ohne Umbau nicht für das Zapfen von Guinness geeignet. Komplett-Sets starten preislich bei ca. 320EUR. Der Umbau auf eine Guinness-Zapfanlage schlägt in etwa mit weiteren 130-150EUR zu buche.

Fassbierkühlschränke haben je nach Aufbau diverse Vor- und Nachteile im Vergleich zum Durchlaufkühler. Durchlaufkühler sind in der Regel transportabel. Entscheidet ihr euch für einen Einbaukühlschrank, entfällt dieser Vorteil. Wie man einen Einbaukühlschrank jedoch transportabel machen kann, erfährst du in den nächsten Wochen.

Der Vorteil eines Fassbierkühlschranks liegt in meinen Augen beim einfacheren Aufbau, dem günstigeren Preis (zumindest bei Marke „Eigenbau“) und dem hübscheren Design. Einen Durchlaufkühler ansehnlich zu gestalten, ist eine Herausforderung für sich, es sei denn, man steht auf den reinen polierten Edelstahl-Look. Der Nachteil liegt sicherlich in der Bierkühlung. Man benötigt einen leistungsstarken Kühlschrank, welcher über genügend Fassungsvermögen für ein 30 bzw. 50-Liter Fass verfügt. Sofern das Fass nicht durch den Lieferanten vorgekühlt wird, sollte das Fass einige Tage im Kühlschrank auf die entsprechende Temperatur (bei Guinness ca. 4°C) heruntergekühlt werden. Das kostet Strom, ist zeitaufwendig und sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Was man für einen selbstgebauten Fassbierkühlschrank alles benötigt, das wird im Folgenden erläutert.

Was wird benötigt?

Da sich der Aufbau unserer selbstgebauten Zapfanlage an denjenigen orientiert, welche es zu kaufen gibt, lässt sich auch die Liste der benötigten Komponenten aus diesen Komplett-Sets herauslesen. Wir benötigen:

Grundmaterialien:

– Ein Kühlschrank mit genügend Fassungsvermögen für ein 30 bzw. 50-Liter Fass
– Eine Bierleitung, eine Biergas-Leitung und entsprechendes Verbindungsmaterial
– Einen Stickstoff-Druckminderer (unterscheidet sich von CO2-Druckminderern)
– Ein Zapfkopf vom Typ U
– Eine Zapfsäule
– Einen Zapfhahn

Verbrauchsmaterialien:

– Eine Flasche mit Biergas (Mischung aus Stickstoff und CO2)
– Ein Fass Guinness (30 bzw. 50-Liter)

Werkmaterialien:

Bevor ich hier jedes benutzte Werkzeug einzeln aufführe, sei darauf verwiesen, dass sich die komplette Zapfanlage grundsätzlich mit einem durchschnittlich bestückten Werkzeugkasten montieren lässt. Darüberhinaus benötigt ihr:

– Eine Bohrmaschine
– Ein Lochbohr-Aufsatz (hierauf wird im nächsten Beitrag genauer eingegangen werden)

Auf alle in dieser Liste benötigten Komponenten werde ich in einzelnen Beiträgen genauer eingehen. So kann beispielsweise die Wahl des richtigen Kühlschranks über Erfolg oder Misslingen des Projektes entscheiden. Außerdem erhältst du Tipps, wo ich welche Teile besorgt habe und wie man den ein oder anderen Euro sparen kann.

Der Kostenfaktor

Eine wichtige Frage ist sicherlich die nach den Kosten. Was kostet eine solche Anlage denn nun? Die Antwort ist: …das kommt drauf an…! Je nach Grad der Eigenleistung und den verwendeten Materialien sowie Präferenzen kann eine solche Zapfanlage im Preis erheblich schwanken. Ich habe bei meiner Recherche von Komplett-Zapfanlagen „Marke Eigenbau“ für 30EUR gelesen – allerdings nicht guinnesstauglich! Eine Grenze nach oben gibt es vermutlich gar nicht. Daher will ich im weiteren meine Berechnungen offenlegen, welche ich aufgrund meiner Recherchen für mein Projekt angesetzt habe. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass für mich neben der Funktionalität auch die Optik eine wichtige Rolle spielt. Daher wird das ein oder andere Produkt auf meiner Einkaufsliste landen, welches nicht unbedingt für eine funktionstüchtige Zapfanlage benötigt wird. Daneben nehmen noch weitere optionale Bestandteile Einfluss auf die Kosten:

Die Zapfanlage soll

– beweglich sein,
– transportabel sein (hierfür ist es notwendig, dass sich die Zapfsäule demontieren lässt),
– farblich zum Thema „Guinness“ passen und
– über einen Original Guinness-Zapfhahn verfügen.

Unter Berücksichtigung all dieser Voraussetzungen habe ich mir eine Obergrenze von 300EUR für die komplette Anlage gesetzt. Ich kann jetzt schon sagen, dass dieses Ziel aufgrund bestimmter Ereignisse, auf welche ich in den jeweiligen Beiträgen eingehen werde, nur schwer realisiert werden wird. Ich halte 320 bis 350EUR für realistisch. Verzichtet man auf die eben genannten Dinge, wie z.B. einen Original Guinness-Zapfhahn oder farbliche Abstimmung, ist eine Obergrenze von 300EUR definitiv realistisch. Nicht mit eingerechnet sind dabei jedoch die Verbrauchsmaterialien (Fass und Biergas).

Nachdem nun die Rahmenbedingungen geklärt sind, werden im nächsten Beitrag den einzelnen Arbeitsschritte geplant. Dabei werden erste Vorbereitungen für den Aufbau getroffen und ich gebe euch Tipps zur Teile-Recherche, damit das Kostenziel nicht schon zu Beginn in Gefahr gerät…

20.02.2018

Recherche-Tipps für die selbstgebaute Zapfanlage

Du weißt nun bereits, was du alles für deine selbstgebaute Zapfanlage brauchst? Dann geht es jetzt an den anstrengendsten Teil: günstige und gute Angebote für die benötigten Gerätschaften finden… Hier erfährst du, wo ich die besten Schnäppchen und die günstigsten Angebote gefunden habe…

Geduld zahlt sich aus…

Eines vorab: Ich habe Stunden mit der Suche nach günstigen Angeboten und den richtigen Utensilien für die Zapfanlage verbracht. Dieser Artikel soll es dir ermöglichen, zeitsparend und übersichtlich an erste Quellen zu gelangen. Die folgenden Links sind nicht abschließender Natur. Ebenfalls übernehme ich keine Haftung für die Inhalte der Links. Außerdem erhalte ich auch keinerlei Provisionen etc.! Wenn du ein anderes Portal oder Angebot findest/kennst, dass ebenfalls gute Angebote verspricht, dann schreib es doch in die Kommentare! Nun aber zu den Seiten, die mir bei der Recherche geholfen haben…

E-Bay Kleinanzeigen

Sicherlich die besten Chancen für Schnäppchen habt ihr bei E-Bay Kleinanzeigen. Hierbei handelt es sich um ein Portal welches gebrauchte Gegenstände online verkauft. Es unterscheidet sich von seinem großen Bruder E-Bay dadurch, dass ihr nicht im Auktions-Stil auf einen Artikel bietet, sondern dass ihr den Verkäufer bei Interesse direkt telefonisch oder per Mail kontaktieren könnt. Hier kann man oft auch noch mal über den angegebenen Preis verhandeln. Vor allem für die größeren Komponenten wie Kühlschrank, Zapfsäule oder Schankhahn lohnt sich ein Blick in E-Bay Kleinanzeigen. Die Verkäufer geben übrigens oft auch an, ob sie einen Artikel gegen eine zusätzliche Gebühr innerhalb Deutschlands versenden. Unter Umständen kann es also günstiger sein einen Artikel deutschlandweit zu suchen und etwas mehr für den Versand zu zahlen, anstatt nur im eigenen Umkreis nach Selbstabholer-Artikeln Ausschau zu halten.

Für die kleineren Artikel (Schläuche, Schrauben, etc.) lohnt sich E-Bay Kleinanzeigen in meinen Augen eher weniger. Oft werden hier alte und verbrauchte Zapfanlagen angeboten, bei deinen es zumindest fraglich ist, ob man die gekauften Schläuche überhaupt noch für das eigene Bier verwenden will. Die Artikel lassen sich an anderer Stelle oft sowieso kostengünstiger erwerben… Dazu aber später mehr. Abschließend sei noch erwähnt, dass es sich hier grundsätzlich (in den meisten Fällen) um Privatverkäufe handelt, bei denen keine Garantie besteht oder Rücksendungen möglich sind.

E-Bay

Auf E-Bay ist das Angebot deutlich umfangreicher als auf E-Bay Kleinanzeigen. Hier werden sowohl Gebrauchtartikel wie auch Neuware angeboten. Manche Artikel lassen sich per Auktion ersteigern, eine zunehmende Zahl an Artikeln lassen sich jedoch auch per Sofort-Kauf erwerben. Bei E-Bay konnte ich gute Erfahrungen mit Zapfhähnen und Schanksäulen machen. Oft sind hier auch andere Onlinehändler unterwegs, welche das Portal nur als Verkaufsfläche benutzen, eigentlich aber über einen eigenen Online-Shop verfügen. Teilweise kann dies dazu führen, dass ein Blick in den Online-Shop des Verkäufers zu günstigeren Preisen führt. Daher mein Tipp: werft immer einen Blick auf den Namen des Verkäufers. Gegebenenfalls lohnt sich ein Blick in seinen Online-Shop. Allerdings habe ich auch schon das umgekehrte Phänomen erlebt: Die Waren im Online-Shop wurden teurer angeboten als auf E-Bay oder es kamen zusätzliche Versandkosten dazu, auf welche im E-Bay Inserat verzichtet wurde…Hier lohnt sich entsprechend also auch der umgekehrte Weg. Erst im Online-Shop schauen und dann mit E-Bay vergleichen. Sofern es sich übrigens um professionelle Händler handelt, könnt ihr bei E-Bay oft von einem Rückgaberecht gebrauch machen. Lest euch dazu die Artikel- und Versandbedingungen genauer durch.

Amazon

Erstaunlicherweise war Amazon.de überhaupt nicht ergiebig bei der Suche nach Schnäppchen für den Bau einer Zapfanlage. Vermutlich sind die Produkte einfach nicht Mainstream genug. Auch auf dem Amazon Marketplace (durch welchen Händler die Möglichkeit erhalten ihre Produkte über die Amazon-Plattform zu vertreiben) war nicht viel zu holen. Daher neige ich persönlich dazu euch diesen Zeitaufwand zu ersparen. Schaut lieber woanders.

Online-Händler

Online-Händler für Zapfanlagenzubehör waren schnell gefunden. Leider bemerkte ich dann, dass sich viele der Händler auf Großkunden und die Gastronomie spezialisiert hatten. Daher habe ich bei der Recherche eine Auswahl an drei Onlinehändlern für Zapfanlagenzubehör gefunden, welche auch an Privatpersonen verkaufen. Das sind zapfanlagendoktor.de, ich-zapfe.de und schankanlagen-fachbetrieb.de. Alle drei befinden sich preislich in etwa derselben Liga, was eine Auswahl für mich persönlich deutlich erschwerte. Im weiteren Verlauf dieses Blogs werde ich an den geeigneten Stellen auf die einzelnen Händler näher eingehen und euch erklären, warum ich mich an welcher Stelle für welchen Händler entschieden habe und weshalb es sinnvoll sein kann eine Bestellung zu splitten, das heißt auf zwei Händler aufzuteilen.

Offline-Händler bzw. Händler vor Ort

Eine weitere und sicherlich sinnvolle Variante sich die benötigten Komponenten zu besorgen sind Händler vor Ort. Leider stand ich hier vor einem großen Problem. Während es in den Ballungszentren und Hauptstädten unserer Republik sicherlich kein großes Problem ist einen geeigneten Händler für entsprechende Produkte zu finden, war es mir nicht möglich in der näheren Umgebung einen Ansprechpartner ausfindig zu machen. So war ich gezwungen auf die Online-Ressourcen zurückzugreifen. Sofern ihr einen solchen Laden in eurer Nähe habt, lohnt es sich sicherlich mal dort vorbei zu schauen. Dabei haben Einzelhändler ihre Vor- und Nachteile. In aller Regel werden die benötigten Utensilien teurer sein als im Internet, allerdings erhaltet ihr eine fachkunde Beratung und könnt euch Nachbestellungen aufgrund nicht-bedachter Komponenten ersparen. Daneben könnt ihr hier bestimmt auch den ein oder anderen Insider-Tipp für den Umgang mit Problemen erhalten.

Die Kombination

Wie ihr im Laufe des Blogs bemerken werdet, kann es oft sinnvoll sein die einzelnen Händleroptionen zu kombinieren. Das eine Produkt ist bei Händler A vielleicht günstiger, jedoch bietet Händler B einen kostenfreien Versand an und somit kommt ihr unter dem Strich günstiger raus. Wer wirklich das günstigste Schnäppchen finden will, brauch einen langen Atem und viel Geduld.

Bestellen im Ausland

Ein Mal war ich aufgrund eines „Christmas-Offer“ kurz davor meine kompletten Artikel bei kegworks.com in den USA zu bestellen. Aufgrund irgendwelcher Einfuhrbestimmungen für Stickstoff konnte ich die Bestellung aber nicht abschließen. Trotz den 50$ Versandkosten wäre die Bestellung hier günstiger gewesen. Allgemein scheint das Thema „Selbst zapfen“ in den Staaten deutlich verbreiteter zu sein. Ebenso lohnt sich ein Blick über den Kanal zu unseren Freunden aus Großbritannien und Irland. Teilweise gibt es auch hier günstige Artikel. Allerdings sollte man sich vor allem bei Bestellungen aus den USA und anderen Nicht-EU-Ländern im klaren darüber sein, dass bestimmte EU-Normen für Anschlüsse oder Lebensmittelsicherheit nicht gelten. Daher sollten die bestellten Artikel vor dem Kauf entsprechend genau untersucht werden. Eine Rückversand ist hier meistens mit erheblichen Mehrkosten verbunden.

Das Bestellen im Ausland wird in den nächsten Jahren sicherlich noch interessanter, denn eine neue EU-Richtlinie setzt sich gegen ungerechtfertigtes Geoblocking ein. Welche Auswirkungen das genau auf den Kauf einzelner Artikel hat, kann ich derzeit noch nicht beurteilen.

Getränke- und Gasehändler

Bisher keine Erwähnung haben die Getränkehändler vor Ort gefunden. Auch hier konnte ich bei der Recherche viele gute Informationen bezüglich des Aufbaus erhalten. Allerdings werde ich mich dieser Thematik und meinem Vorgehen in meinem Beitrag über die Beschaffung eines Guinness-Fass noch mal genauer annehmen.

Bei den Gashändlern sah die Sache schon anders aus. Leider bekam ich hier teilweise gar keine Antworten. Das Gas für die Zapfanlage zu besorgen stellt momentan die größte Herausforderung dar. Auch das wird in einem eigenen Beitrag noch genauer erläutert. Erste Tipps bekam ich von Öl-Ankele. Das ist ein Unternehmen in meiner Heimatstadt, welches sich mit Kraftstoff-und Gashandel befasst. Nach schriftlicher Anfrage setzte man sich für mich ein, leider war das Gas direkt über sie nicht zu beziehen.

Wie sieht es bei euch aus? Vor welchen Problemen beim Kauf oder der Recherche von Artikeln für eure Zapfanlage standet ihr? Habt ihr Tipps für gute und günstige Bezugsquellen oder vielleicht auch bereits Erfahrungen zum Service des einen oder anderen Händlers gemacht? Woher konntet ihr euer Stickstoff beziehen? Es würde mich freuen wenn ihr eure Informationen mit uns in den Kommentaren teilt…

PS: Im nächsten Beitrag starten wir endlich mit dem ersten Aufbau. Ich erkläre euch alles über den passenden Kühlschrank, wo ihr ihn findet, auf was ihr unbedingt achten solltet und welche Tricks es zu beachten gibt…

03.06.2018

Das Vorbild zur eigenen Guinness-Zapfanlage

Nach einer doch etwas längeren Pause melde ich mich mit einem neuen Beitrag zurück. Kurz gesagt hatte ich doch etwas Prüfungsstress und musste deshalb Prioritäten setzen. Nachdem ich überraschenderweise jedoch die ein oder andere Mail von Interessierten erhalten habe, soll diese Seite wieder mit mehr Leben gefüllt werden.

An dieser Stelle sei nochmal einer Kommilitonin an meiner Universität gedankt, die sich gegen einen Schokokuchen dazu bereit erklärte, eine grobe Skizze (quasi meinen Prototypen einer Guinness-Zapfanlage) zu zeichnen. Das Ergebnis seht ihr im Beitragstitel und hier:

Bei meinem Projekt soll die Optik keinesfalls zu kurz kommen. Wie ihr seht soll die Zapfanlage, wie bereits angedacht nicht als Durchlaufkühler, sondern als Selbstkühler aufgebaut sein. Der schwarze Look ist für eine Guinness-Zapfanlage in meinen Augen absolut obligatorisch! Das Guinness-Logo ist dagegen kein muss, würde sich aber sicher gut machen. Die Zapfanlage steht auf Rollen und ist somit transportabel. Außerdem soll die Arbeitsplatte aus Holz für eine entsprechende Optik sorgen. Wie bereits erwähnt ist auch ein stylechter Guinness-Zapfhahn für mich ein must-have. Bei der Zapfsäule besteht mehr Spielraum. Ob schwarz oder edelstahl (gebürstet oder glatt) hat für mich nicht die höchste Priorität.

Ich kann euch bereits sagen, dass ich das Projekt so nicht 1:1 realisieren kann. Die Zapfanlage, wie ich sie bauen will, kann sich jedoch trotzdem sehen lassen. Hier spanne ich euch aber noch ein wenig auf die Folter. Mich würde noch interessieren: Was ist für euch bei einer selbstgebauten Guinness-Zapfanlage optisch ein absoltutes MUSS? Schreibt gerne in die Kommentare! Im nächsten Beitrag geht es dann endlich ans Eingemachte: Ich stelle euch den Kühlschrank vor und gebe euch Tipps, worauf ihr beim Kauf unbedingt achten solltet. Der Beitrag wird auch nicht so lange auf sich warten lassen wie dieser hier – versprochen!

14.06.2018

Der passende Kühlschrank – das Herz der eigenen Zapfanlage

Da unsere Zapfanlage kein Durchlaufkühler werden soll, benötigen wir einen passenden Kühlschrank. In diesem Beitrag erfährst du alles was du bei der Auswahl beachten solltest. Außerdem gebe ich dir hilfreiche Tipps wie du beim Kauf der größten Komponente für unsere selbstgebaute Zapfanlage ordentlich Geld sparst…

Size matters, oder: Auf die Größe kommt es doch an!

Bei meiner Recherche zum passenden Aufbau meiner Zapfanlage bin ich auf viele Möglichkeiten gestoßen. Für normales Bier sind vor allem Durchlaufkühler sehr beliebt. Da ich diese Variante jedoch aus diversen Gründen (siehe hier) ausgeschlossen hatte, schaute ich mich nach Alternativen um. Im Internet findet man große Standkühlschränke sowie ganze Tiefkühltruhen die zu Zapfanlagen umgebaut wurden. Und hier sollten auch die ersten Überlegungen ansetzen. Was für eine Zapfanlage möchte ich bauen? Soll es eine einfache Zapfanlage mit nur einem Schankhahn sein? Vermutlich reicht dann die schlichte Variante eines normalen Kühlschranks. Sollen zwei oder mehrere Fässer parallel gekühlt und gezapft werden können? Dann sollte der Kühlschrank über genügend Breite verfügen. Vor allem auf Youtube findet man viele Videos aus den USA (wo sich übrigens im Allgemeinen das Hobby Selbstzapfen deutlich größerer Beliebtheit zu erfreuen scheint als hierzulande) in denen komplette Tiefkühltruhen mit Zapfhähnen ausgetattet wurden. Entgegen dem beliebten Spruch kommt es also doch auf die Größe an!!! 😉

Oben ohne ist ein MUSS!

Hast du dich für die Anzahl der Zapfhähne entschieden, sollte nun der richtige Kühlschranktyp gewählt werden. Wichtig ist auch hierbei die Größe! Der Kühschrank sollte über genügend Fassungsvermögen für mindestens ein 30-Liter Fass Guinness, ggf. auch die Gaskartusche (für den privaten Gebrauch habe ich im verlinkten Kommentar bereits eine 2-Liter-Flasche empfohlen), und natürlich für die Leitungen verfügen. Sofern du einen Turmaufbau planst, der in etwa meiner Skizze aus dem letzten Beitrag entspricht, solltest du unbedingt darauf achten, dass der Kühlschrank oben ohne Gefrierfach auskommt. Denn an dieser Stelle wirst du später das Loch für die Bierleitung bohren müssen. Ein Gefrierfach wäre hier entsprechend im Weg. Außerdem sollte geklärt sein, dass hier keine Leitungen verlaufen. Wie du das heraufinden kannst, wird im nächsten Beitrag genauer beschrieben. Ich habe in einigen Videos gesehen, dass auch Kühlschränke mit Gefrierfach umgebaut wurden. Die Kühlrippen des Gefrierfaches wurden hierfür vorsichtig nach unten gedrückt und dienten dann zur Kühlung der ganzen Einheit. Allerdins möchte ich an dieser Stelle klar darauf hinweisen, dass ich diesen Aufbau nicht komplett nachvollziehen konnte. Da die Videos aus den USA kamen, gehe ich davon aus, dass es sich eher um normale Kühlschänke handelte, bei welchen die Kühleinheit einfach oben am Kühlschrank saß und nicht, wie bei deutschen Kühlschränken üblich, in der Rückwand verbaut war. Ich kenne solche Kühschränke noch von früher, meine Oma hatte sowas! Ich würde deshalb eher zu einem moderneren Kühlschrank ohne Gefrierfach raten (alleine schon weil man sich einen großen Umbau und die Neuregelung des Thermostats im Kühlschrank spart). Mein Kühlschrank verfügt über 146 Liter Nutzinhalt. Das hört sich erst mal viel an, allerdings kann die Sache schnell eng werden. Meistens haben Kühlschränke unten eine Ausbuchtung (nämlich da, wo der Kompressor sitzt), was einiges an Nutzvolumen für unser Fass kostet. Mein Fass passt dank herausnehmbarer Türeinsätze. So entsteht noch ein Puffer in der Tiefe. Auch die Höhe sollte man nicht unterschätzen. Mit Zapfkopf und Druckminderer (sofern die Gasflasche im Kühlschrank gelagert wird) kommen noch mal einige Zentimeter dazu. Also bitte mit genügend Luft planen. Die Maße der unterschiedlichen Fässer findest du bei Wikipedia. Bei einem Guinness-Fass handelt es sich in aller Regel um ein Euro-Keg mit einem Durchmesser von 408mm. Dein Kühlschrank sollte INNEN also mindestens 41cm Tief und Breit sein. Die Höhe ist abhängig vom Inhalt des Fasses: 30 Liter sind 365mm hoch, 50 Liter-Fässer hingegen 53mm. Das sollte unbedingt beim Kauf des Fasses berücksichtigt werden, denn du kannst das Fass (aus dem oben genannten Grund –> Einbuchtung im unteren Teil) vermutlich nicht direkt auf den Boden stellen, sondern musst von der ersten Bodenplatte aus rechnen.

Bei meiner Rechereche bin ich zum Entschluss gekommen einen Einbaukühlschrank zu verwenden. Dies hat Vor- sowie Nachteile. Ein Einbaukühlschrank ist relativ simpel aufgebaut. Er verfügt über keine zusätzliche Verkleidung und hat vor allem am oberen Teil keine zusätzlichen Arbeitsflächen etc. Man sieht also direkt die Dämmung und weiß somit relativ schnell wo und wie man für die Bastelei ansetzen muss. Da ich aus optischen Gründen eine eigene Arbeitsplatte aus Holz verwenden möchte, wäre eine bereits vorhandene Platte eher hinderlich gewesen. Nachteil ist allerdings die seitliche Optik. Vor allem gebrauchte Kühschränke weisen hier die ein oder andere Macke auf. Außerdem sind deutlich mehr Schrauben und Bohrlöcher zu sehen. Freistehende Kühlschränke bieten sich hingegen an, wenn man keine eigene Arbeitsplatte mehr verwenden möchte. Oft sind die Kühlschränke oben zwar aus Plastik und weiß, sofern einen das nicht stört oder man die Fläche entsprechend anders bearbeitet ist durchaus auch solch ein Kühlschrank sinnvoll. Man spart sich damit auch spätere Überlegungen wie die neue Arbeitsplatte befestigt werden soll…

Ab in die Bucht!

Nachdem wir nun also wissen, welche Art von Kühlschrank es sein soll, machen wir uns auf die Suche danach. Als erstes schaute ich in die üblichen Prospekte der großen Elektronik-Fachgeschäfte. Mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich bei meinem Budget nicht auf einen neuen Kühlschrank zurückgreifen kann. Außerdem wäre es fast schon verrückt einen neuen Kühlschrank zu kaufen und in diesen anschließend ein Loch zu bohren. Also ab in die Bucht! Auf EBay-Kleinanzeigen wurde ich schließlich fündig. Ich fand einen gebrauchten Einbaukühlschrank in der richtigen Größe. Mit Innenmaßen von etwa 790mm x 480mm x 440mm (HxBxT) war der Kühlschrank perfekt geeignet um ein 30-Liter KEG-Fass Guinness zu beherbergen und auch noch das zugehörige Equipment aufzunehmen. Von den ursprünglich gemessenen 790mm Höhe konnte aber effektiv nur mit ca. 550mm gerechnet werden, denn die Ausbuchtung des Kompressors macht die unteren 220mm für die Lagerung des Fasses unbrauchbar. Die Höhe kann also erst ab der ersten Einschiebe-Ebene gemessen werden. Für ein 50 Liter Fass wäre daher bereits zu wenig Platz vorhanden!

Ich muss anmerken, dass es deshalb doch etwas Geduld erforderte, den passenden Kühlschrank zu finden. Angebote waren genügend da, allerdings hatten die wenigsten Anbieter die genaue Modellbezeichnung und die Innenmaße in der Anzeige angegeben. Entsprechend musste ich diese erst vom Verkäufer anfordern. Viele antworteten darauf nicht oder konnten mir die Daten nicht nennen. Ein Foto des Typenschildes im oder auf der Rückseite vom Kühlschrank sollte zur Rechereche jedoch ausreichen. Eventuell hast du mehr Erfolg, wenn du dich in den Kleinanzeigen der Tages- oder Wochenzeitung umschaust. Hier hast du allerdings keine Bilder für deine Vorauswahl zur Verfügung.
Mir persönlich war bei der Auswahl darüber hinaus noch wichtig, dass der Kühlschrank einigermaßen sauber war und über eine gute Energieeffizienzklasse verfügte. Ein Kühlschrank ohne Effizienzklasse im B-Bereich frisst zu viel Strom, schließlich kann es durchaus vorkommen, dass du ein Fass nicht an einem Abend leer bekommst und dein Kühlschrank somit im Dauerbetrieb läuft…

Die Grundlage für die Zapfanlage – mein Kühlschrank

Ich will dir meinen Kühschrank mal genauer zeigen. Die ursprüngliche Anzeige war leider nicht mehr abrufbar, weshalb ich dir hier die selbstgemachten Bilder zeige:

Der Kühlschrank direkt nach dem Kauf.

Wie du siehst habe ich einen Einbaukühlschrank ohne Gefrierfach gefunden, der noch dazu einigermaßen sauber war und über die Erergieeffizienzklasse A+ verfügt. Und das alles für gerade einmal 20€!!! Die Anzeige war mit 25€ Verhandlungsbasis geschaltet und nachdem ich mir vor Ort ein Bild davon machte und alles ausgemessen hatte, ging der Verkäufer auf mein Gegenangebot ein. Du siehst, Geduld und Verhandlungsgeschick können dir viel Geld sparen! Die größte Komponente kostete mich im Nachhinein also tatsächlich am wenigsten Geld! Es lohnt sich, entsprechend Zeit in die Suche zu investieren.

Kleine Schönheitsmängel sind bei gebrauchten
Gegenständen zu verkraften – zumal der
Kühlschrank später noch einen neuen „Anstrich“ erhält.

Im Idealfall solltest du darauf achten, dass dein Kühlschrank auch auf die entsprechende Temperatur herunterkühlt. Das hatte ich beim Kauf nicht bedacht. Zum Glück ergab meine Messung dann aber eine Temperatur von 4°C, allerdings bei voller Leistung auf Stufe 7! Das reicht theoretisch für die Kühlung. Praktisch stellte mich das jedoch später noch vor ein großes Problem, für welches ich im Moment noch an einer Lösung arbeite. Hierzu jedoch ein anderes Mal mehr!

Die Oberseite des Einbaukühlschranks.Es
gibt keine Abdeckung, die Dämmung ist
direkt ersichtlich.

Bevor es nun weitergehen konnte, musste der Kühlschrank zuerst noch saubergemacht werden. Hierfür eigneten sich super ein Schmutzradierer und eine alte Zahnbürste. Schmutzradierer findet ihr in jeder gut sortierten Drogeriekette. Sie sind in meinen Augen ein Wundermittel. Wir haben damit schon alles gereinigt! Ein Spritzer Wasser genügt und ihr bekommt alles wieder blank! Viele Haushalte wissen nicht, dass ein Kühlschrank über eine Abtropfschale verfügt, in welche das überschüssige Tauwasser des Kühlschranks und andere Dinge abfließen. Hier wurde die Angelegenheit etwas eklig. Die Vorgänger hatten den Kühschrank zwar bereits geputzt, allerdings wussten sie wohl auch nichts von dieser Schale, welche sich auf der Rückseite neben dem Kompressor befindet:

Nicht besonders ansehnlich: Die Abtropfschale auf der Rückseite des Kühschranks musste noch gereinigt werden.

 
Die Vorbesitzer hatten ihn zwar geputzt, jedoch nicht allzu gründlich.

 
Von Innen ganz ok: Der Kühlschrank bietet genügend Platz, muss jedoch erst noch gereinigt werden.

 
Mit der Zahnbürste und einem Schmutzradierer ging es ans Eingemachte!

 
Nicht gerade sehr appetitlich: Die Abtropfschale wurde mit heißem Wasser und Fettlöser sauber gemacht.

Der Kühschrank roch in der Folge etwas gewöhnungsbedürftig. Nachdem ich die Schale jedoch mit heißem Wasser von diversen Fettrückständen etc. befreien konnte, sah der Kühlschrank wieder aus wie neu. Ein paar Tage auslüften taten das Übrige:
 

Die Abtropfschale nach der Reinigung: Fast wie neu!

 
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Abtropfschale und Kompressor sind wieder sauber!

 
Der Kühlschrank ist einsatzbereit.

 
Der Kühlschrank war also soweit vorbereitet, dass ich mit dem Bohren starten konnte. Wie genau ich dabei vorgegangen bin und welche Hilfsmittel ich hierfür besorgen musste, erfährst du im nächsten Beitrag. Bis dahin würde mich jedoch interessieren: Welche Art von Kühlschrank würdest du bevorzugen? Freistehende oder Einbaukühlschränke? Kennst du Hausmittel um einen gebrauchten Kühlschrank richtig sauber zu bekommen? Und welche Anlaufpunkte kennst du sonst noch für die Schnäppchenjagd? Schreibe mir in die Kommentare! Ich und alle anderen Interessierten freuen sich riesig darüber!

Für die weiteren Beiträge will ich hier eine Tabelle einfügen, auf welcher meine Ausgaben für dich immer nachvollziebar sind. So hast du immer die volle Transparenz und Kostenübersicht für das Guinness-Projekt:

Kosten Zapfanlage selbstgebaut Guinness selbstgezapft

02.07.2018

Vom Kühlschrank zur Zapfanlage

Nachdem der passende Kühlschrank gefunden wurde, geht es ans Eingemachte! Wir bohren ein Loch für die Bierleitung in unseren Kühlschrank. In diesem Beitrag zeige ich dir, auf was du dabei achten solltest…

Kein Meister fällt vom Himmel

Wenn du bisher dachtest, dass du ohne etwas handwerkliches Geschick an deine selbstgebaute Zapfanlage kommst, muss ich dich nun enttäuschen. Aber keine Angst – ich habe auch zwei linke Hände und habe es hinbekommen. In diesem Beitrag werde ich dir neben dem idealen Vorgehen auch von meinen Fehlern berichten, damit du daraus lernen kannst. Und wenn doch mal etwas schief geht, denk daran: Kein Meister ist je vom Himmel gefallen. Auf geht´s!

Ohne passendes Equipment geht es nicht

Unser Kühlschrank ist geputzt und einsatzbereit. Das erste Fass könnte nun bereits gekühlt werden, allerdings wollen wir das Bier ja auch irgendwie aus dem Fass in unsere Gläser bekommen. Dazu benötigen wir eine Zapfsäule mit entsprechendem Zapfhahn. Beides muss irgendwie an den Kühlschrank montiert werden. Ich habe mich dafür entschieden mein Bier auf Bauch-/Brusthöhe zapfen zu können. Deshalb muss ein entsprechendes Loch für eine Schanksäule auf den Kühlschrank. Wie im letzten Beitrag bereits erwähnt, gibt es auch die Möglichkeit seitlich zu zapfen. Ohne passendes Equipment geht es aber nicht. Ich musste mir also zuerst überlegen wie ich das Loch in die Oberseite des Kühlschranks bekomme. Meine Bohraufsätze waren allesamt zu dünn. Je nach breite des Bierschlauches (ich habe mich für 7mm Außenbreite entschieden) und einer Isolierungsschicht, sollte das Loch mindestens 1,5 bis 2cm Durchmesser besitzen. Ich schaute mich online um und bin dabei auf diese Bohrköpfe gestoßen:

Für 13,66 EURO, habe ich ein komplettes Set erhalten. Hier der Link zu den Bohrköpfen (wie immer kein Affiliate) bei Amazon. Was ich beim Kauf nicht bedacht hatte: Diese Köpfe bohren einen runden Kreis, welcher das Material im Kreis natürlich unberührt lässt. Beim Kühlschrank war das kein Problem, da die Dämmung weich ist und nachgegeben hatte. Allerdings stellte mich das später vor eine Herausforderung, da ich mit diesen Köpfen auch das Loch in die Holzarbeitsplatte sägen wollte. Da die Arbeitsplatte jedoch dicker war als die Tiefe des Bohrkopfes, wurde alles etwas umständlicher. Falls du also eine andere Lösung zum Bohren des Loches in den Kühlschrank gefunden hast, lass es mich in den Kommentaren wissen.
Außerdem möchte ich hier gleich anmerken, dass die Lochgröße gut überlegt sein sollte. Ich hatte mir überlegt erstmal klein anzufangen und das Loch dann, falls nötig, noch mal zu erweitern. Es stellte sich heraus, dass die Erweiterung aufgrund des fehlenden Widerstandes (der kleine Bohrer in der Mitte des Bohrkopfes sorgt für Halt) kompliziert war und das Loch beim Nachbohren ausfranste. Also besser gleich die richtige Größe wählen. Ich habe dir die einzelnen Arbeitsschritte mit Bildern dokumentiert. Wie gesagt, es war an sich kein Hexenwerk, man sollte nur nicht unbedacht an die Sache rangehen…

Vor dem Bohren Kopf einschalten

Bevor es mit dem Bohren losgeht, sollten wir noch mal unser Köpfchen einschalten. Muss/will ich den Kühlschrank wirklich anbohren? Mir ist glücklicherweise noch kurz vorher eingefallen noch mal zu überprüfen ob das Ding mein Bier überhaupt auf die gewünschte Temperatur runterkühlen kann…Mein Grill-Thermometer hat mir hierbei gute Dienste geleistet:

Nachdem also klar war, dass der Kühlschrank es (zumindest in leerem Zustand) auf die für Guinness üblichen +4°C schafft, wollte ich noch mal sichergehen, dass keine Leitung im Deckel verläuft. Ich machte mich also, wie im letzten Beitrag beschrieben, daran mit einem kleinen Teppichmesser und einem Schraubenzieher an der gewünschten Stelle vorsichtig nach einer Leitung zu suchen…

Da ich auf keine Widerstand gestoßen bin, konnte ich mit dem Bohrer ran. Es bietet sich an von Innen nach Außen zu bohren, wenn auf den Kühlschrank noch eine separate Arbeitsplatte montiert wird. Eventuelle Ausfransungen am Loch befinden sich dann oben und werden später verdeckt. Sofern du einen Kühlschrank mit integrierter Arbeitsplatte verwendest, ist wieder Hirnschmalz gefragt: Entweder du bohrst auch hier das Loch von Innen nach Außen und deckst eventuelle Ausfransungen mit der Zapfsäule ab oder du bohrst umgekehrt. Dann sollte darauf geachtet werden, dass du am Ende des Bohrvorganges auf die Plastikhülle im Inneren des Kühlschranks triffst. Durch den Druck kann diese reißen. Daher meine Empfehlung: Immer von Innen nach Außen bohren. Miss die Stelle mit dem Meterstab ab, von Innen und Außen, und denk dabei an die Wanddicke des Kühlschranks. So kannst du die ideale Position für das spätere Loch finden. Ich habe mich für eine mittige Positionieren entschieden, welche leicht nach hinten versetzt ist (damit später ein Tropfblech noch drauf passt). Nun geht´s ans Bohren, natürlich nicht ohne die Stelle an der gebohrt wird vorher abzukleben (vermeidet ebenfalls Ausfransungen). Außerdem empfehle ich dir, dass eine zweite Person mit einem Staubsauger gleich die kleinen Isolierteilchen aufsaugt, die sonst zwangsläufig überall rumfliegen:

Ich war selbst überrascht, wie schnell der Bohrer durch war. Es sieht alles sauber aus und gab keine größeren Ausfransungen. Kleine Unebenheiten oder spitze Kanten beseitigte ich mit etwas Schleifpapier. An dieser Stelle könnte der Beitrag zufrieden abgeschlossen werden. Leider stellte ich später fest, dass ich das Loch zu klein gebohrt hatte. Ich musste also noch mal ran. Dieser zweite Versuch, ich habe ihn nicht mit der Kamera festgehalten, franste das Loch dann doch echt ordentlich aus. Geschuldet war dies dem fehlenden Widerstand, wie oben bereits beschrieben. Deshalb mach dir bitte vorher Gedanken, wie breit das Loch sein muss. Da der Bierschlauch isoliert werden sollte, schau bitte danach wie breit das Loch sein muss, damit deine Isolierung gut und dicht abschließt. Ist das Loch zu dünn, reißt deine Isolierung. Ist es zu groß, bringt deine Isolierung nichts. Im Internet habe ich auch schon gesehen, dass Leute anstelle eines Isolierschlauches für die Leitung, diese etwas eingefettet hatten und das restliche Loch mit Isolierschaum aufgefüllten. Ich halte das für eine gute Idee, man sollte jedoch sicherstellen, dass die Leitung beweglich bleibt und bei Bedarf auch herausgezogen und wieder eingezogen werden kann.

Zum Thema „Löcher bohren“ ist in meinen Augen im Moment alles gesagt. Die optische Aufbesserung unseres Kühschranks wird Teil des nächsten Beitrages sein. Hier habe ich etwas Hilfe von meinen Freunden bekommen, denn es war Teamarbeit gefragt. Bis dahin würde mich jedoch interessieren: Hast du eine andere Idee, wie man das Loch in den Kühlschrank bekommt? Kennst du vielleicht eine Möglichkeit ein bereits gebohrtes Loch zu erweitern, ohne das es zu hässlichen Ausfransungen kommt? Wie würdest du das Loch abdichten? Über dein Kommentar freue ich mich bereits jetzt!

Kosten Bohrer Übersicht Zapfanlage Selbstgebaut Guinness

Liebe Grüße

Oli

Bis zum nächsten Mal und liebe Grüße

Oli

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