Blog

11.01.2018

Wieso, weshalb, warum?

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

schön, dass du den Weg zu meinem ersten Blog gefunden hast. In meinem ersten Eintrag möchte ich etwas darüber erzählen, wieso ich auf die Idee gekommen bin einen Blog zu starten, weshalb ein Blog zum Thema Selbstzapfen in meinen Augen nötig war und warum ich das dahintersteckende Projekt der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte. Ich hoffe du hast Spaß am Lesen!

Mein Blog-Projekt soll so aufgebaut sein, dass sich jeder daran beteiligen kann, ob mit Ratschlägen oder Hinweisen! Die Kommentarfunktion ist aktiviert! Außerdem geht zeitgleich mit dem Blog auch ein kleines Forum online. Nach der Anmeldung hast du hier die Möglichkeit deine eigenen Projekte vorzustellen und dich mit Gleichgesinnten auszutauschen! Ich freue mich über jeden Beitrag. Wichtig ist mir ganz allgemein, dass bei allen Kommentaren und Einträgen die Netiquette beachtet wird! Das hier ist mein Hobby und das soll schließlich Spaß machen. Nun aber zum eigentlich Thema.

In diesem Blog soll es darum gehen, meine Fortschritte beim Bau einer eigenen Guinness-Zapfanlage schriftlich und bildlich zu dokumentieren. Ihr erhaltet also Einblick in die Entstehung einer Zapfanlage, dabei schauen wir uns genauer an welche Teile benötigt werden, auf was wir bei der Planung achten sollten und welchen finanziellen Rahmen man ansetzen muss. Dabei wird voraussichtlich jeden zweiten Donnerstag Abend oder Freitag Morgen ein neuer Beitrag erscheinen. So könnt ihr Schritt für Schritt und quasi in „Echtzeit“ nachverfolgen, wie mein Projekt Form annimmt.

Bevor wir uns mit diesen Rahmenbedinungen für mein Projekt genauer befassen, möchte ich dir erst die Hintergründe für meine Idee näher bringen.

Das schwarze Gold! Oder: Wer einmal Blut leckt…

Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Bau einer Guinness-Zapfanlage. Es könnte genauso gut jede andere Art von Zapfanlage sein, die in diesem Blog gebaut werden könnte, allerdings habe ich mich aus einem einfachen Grund für eine Guinness-Zapfanlage entschieden: ICH LIEBE GUINNESS!

Meine Liebe zum schwarzen Gold begann so in etwa am 250. Guinness-Jubiläum. Gemeinsam mit einem guten Freund und Kollegen hatte ich den Irish-Pub meiner Heimatstadt betreten. Was Guinness anging, war ich ein unbeschriebenes Blatt. Sicher, ich hatte schon vom Guinness-Buch der Rekorde gehört aber um ehrlich zu sein hatte ich das nicht in Zusammenhang zu der Biermarke Guinness gebracht. Als wir unsere „Halbe“ bestellten, kam zufälligerweise eine junge Dame an unseren Tisch. Sie klärte uns auf, dass Guinness seinen 250. Geburtstag feiert und wir an einem Gewinnspiel teilnehmen können! Jeder Teilnehmer hatte die Chance auf eine Reise ins Weltall und darüberhinaus wurde die Teilnahme mit einem kostenlosen Guinness belohnt! Wir taten was wir immer taten, wenn es ein Gewinnspiel gab: wir füllten die Gewinnkärtchen mit der Adresse unseres Chefs aus und amüsierten uns bereits herzlich darüber, dass wir ihn im Glücksfall tatsächlich zum Mond schießen konnten!

Nachdem wir unsere „Halbe“ geleert hatten, machten wir uns daran unseren Gutschein einzulösen. Hierbei staunte ich das erste mal nicht schlecht. Während jedes andere Getränk innerhalb kürzester Zeit am Tisch war, ließ das Guinness auf sich warten! Ich fragte mich: warum dauert das nur so lange?! Heute weiß ich es besser: ein perfektes Guinness wird nicht einfach durchgezapft! Der Zapfvorgang wird regelrecht zelebriert! An dieser Stelle sei bereits darauf hingewiesen, dass ich mich mit dem perfekten Zapfen eines Guinness zu einem späteren Zeitpunkt detailliert auseinandersetzen werde!

Zurück zur Geschichte: Endlich kam unsere Bestellung! Doch was uns da serviert wurde sah so gar nicht nach Bier aus… Eine schwarze Brühe stand vor uns, gekrönt von einer dicken, cremefarbenen Schaumkrone. Die Flüssigkeit im Glas schien so dickflüssig zu sein, dass selbst die Gasbläschen nach unten sanken anstatt aufzusteigen (der Erklärung dieses Effektes hat sich sogar ein englischer Professor angenommen)!
Naja, umsonst ist umsonst, sagt der Schwabe, und darum stießen wir an. Was sich beim ersten Schluck in meinem Gaumen abspielte, lässt sich nur schwer beschreiben. Das Bier war tatsächlich deutlich zähflüssiger als ich es von anderen Bieren gewohnt war. Sofort machte sich im meinem Mund eine unglaubliche Fülle an Geschmäckern breit. Mit dieser Wucht und Gewaltigkeit hatte ich nicht gerechnet. Nach dem Schlucken kämpfte sich eine Bitterkeit die Geschmacksknospen entlang. Ja wirklich, der erste Schluck Guinness war ein totaler overload! Und ich muss gestehen: das erste Guinness meines Lebens haute mich zwar vom Hocker, lecker war es trotzdem nicht!

Wir diskutierten eine Weile über den eigentümlichen und unverwechselbaren Geschmack, der sich mit keinem der uns bisher bekannten Biere vergleichen ließ. Schluck für Schluck wurde das Bier interessanter. An dieser Stelle beginnt das Abenteuer: Keinesfalls Liebe auf den ersten Blick, hatte ich nach meinem ersten Glas Guinness plötzlich das Verlangen nach mehr! Und dieses Verlangen hält bis heute an. Man kann sagen, dass ich regelrecht nach Guinness verrückt bin.

Im Laufe der Jahre hat sich mein Geschmackssinn erweitert. Das Zapfen des Bieres spielt für mich eine wichtige Rolle. Und hier kommen wir an einen heiklen Punkt. Jeder, der regelmäßig Guinness trinkt weiß, dass Guinness nicht gerade das günstigste Bier in einer Bar ist. Zwischen 4,90€ und 5,50€ muss man je nach Stadt und Pub für das schwarze Gold berappen. Und wenn das Bier dann nicht nach allen Regeln der Kunst eingeschenkt wird, kann die Enttäuschung manchmal nicht verborgen werden. Das hat mich bereits in einige brenzliche Situationen gebracht. Ich kann dir sagen: Gastwirte mögen es nicht, wenn man ihnen vorschreibt wie sie ein Bier richtig zu zapfen haben…
Die Enttäuschung ist für mich jedesmal groß, wenn ich dann ein solches Guinness vorgesetzt bekomme und jedes mal denke ich mir: warum kann ich nicht mein eigenes Guinness zapfen? Ja, warum eigentlich nicht!?….

Von den Unwägbarkeiten des Guinnesszapfens

„Der hohe Preis, das schlechte Zapfen…Das muss doch günstiger und besser gehen!“. Genau das waren meine Gedanken, als ich das erste Mal auf die Idee kam, mein eigenes Guinness zu zapfen. Google ist dein Freund, und so suchte ich nach Möglichkeiten Guinness gemütlich zuhause zu zapfen. Ich bemerkte jedoch: Guinness im 5 Liter Fass – gibt es nicht! Guinness aus der Flasche – ungenießbar, da kein Draught sonder ein Stout! Guinness aus der Dose – geht schon, aber einfach nicht dasselbe! Eine Guinness Zapfanlage – klar, zum anmieten für ca. 400€! Ohne Bier! Schnell wurde mir klar, dass dieses Thema im Internet eindeutig keine Präsenz hat! Zwar gibt es Foren, welche sich vereinzelt mit dem Thema beschäftigt haben, allerdings konnte ich nirgends eine Anleitung zum Bau finden. „Dann muss ich wohl selbst ran!“, dachte ich mir. Die Idee für diesen Blog war geboren. Ich will damit all jenen, die auf der Suche nach einer Anleitung zum Bau einer eigenen Zapfanlage sind, Hilfestellung geben und gleichzeitig meine eigenen Erfahrungen festhalten. Außerdem möchte ich Interessierten einen Raum bieten, in welchem sie sich über Ideen und die Umsetzung austauschen können!

Die Namensgebung dieses Blogs verdanke ich übrigens einem guten Kumpel und Kommilitonen, welcher beim Mittagessen von meiner Idee erfuhr und in einem Geistesblitz „selbstgezapft.de“ kreierte. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an dich, Clemens!
Falls du dich als Leserin oder Leser jetzt fragst, wieso ich denn nicht einfach für meine paar Gläser Guinness in den Pub gehe, habe ich dir noch eine andere Erklärung, die uns näher zum Grund für diesen Blog bringt…

Versprochen ist versprochen…

Vor gut 7 Jahren war ich mit meiner Freundin erst ein paar Wochen zusammen und wir waren auf dem Nachhauseweg von einer Kneipentour, welche ihren Abschluss bei einem schlecht gezapften Glas Guinness im einem griechischen Irish-Pub (ja, das gibt es wirklich!) fand. Als wir so nach Hause liefen und uns über Guinness und die Welt unterhielten, meinte meine Freundin: „Du magst Guinness so arg! Und jedes mal beschwerst du dich, dass die nicht wissen wie man ein Guinness zapft! Weißst du was? Zu deinem 30. Geburtstag schenke ich dir ein Fass Guinness, dann kannst du dir so viel davon zapfen wie die willst!“. Tja! Versprochen ist versprochen! Dass wir heute, fast 7 1/2 Jahre später noch zusammen sind, hatte sie damals vermutlich nicht gedacht! Ich bin jetzt 29 Jahre und werde im Oktober 30 Jahre alt… Ich kann dir sagen, meine Freundin kommt gerade mächtig ins schwitzen! Denn sie stand die letzten Jahre vor dem selben Problem wie ich! Es gibt nur eine Hand voll Möglichkeiten ihr Versprechen einzulösen: Sie kann einen Irish-Pub mieten – unbezahlbar! Sie kann die 400€-Zapfanlage mieten – unbezahlbar! Oder sie steigt mit mir in den Flieger und wir feiern in Irland – zwar möglich, aber dann fehlen Freunde und Bekannte. Ich machte mich also wie bereits oben beschrieben auf die Suche nach Alternativen. Und als ich herausfand, dass man eine fertige Guinness-Zapfanlage für 1980€ kaufen kann, war mein Ehrgeiz gepackt! Das musste auch günstiger gehen! Die Idee nahm Gestalt an… Welche Rahmenbedinungen ich mir für den Bau gesetzt habe und weshalb, wird im nächsten Blogeintrag besprochen werden. Ich kann aber soviel sagen: Die 1980€ sollen deutlich unterschritten werden!!!

25.01.2018

Vom Fass ins Glas: Die Rahmenbedingungen für das Projekt „Guinness-Zapfanlage bauen“

„Eine eigene Zapfanlage bauen!“ – Das war mein Gedanke! Und falls du auch mit dem Gedanken spielst, könnte der folgende Beitrag für dich interessant sein. Hier wird dir alles Nötige beschrieben, was du für die Planung und Durchführung benötigst und welchen finanziellen Rahmen du ansetzen solltest…

Von teuer bis sauteuer – zum Kaufen gibt es viele!

Nachdem die Beweggründe für mein Projekt „Guinness-Zapfanlage“ im letzten Beitrag ausführlich erklärt wurden, widmet sich der heutige Beitrag den Rahmenbedingungen des Projektes. Hierzu werden erste Überlegungen erläutert, der Kostenrahmen abgesteckt und Besonderheiten beschrieben. Eine Liste mit Materialien wird ebenfalls aufgeführt.

Bei meinen ersten Überlegungen zu einer eigenen Zapfanlage habe ich mich an Zapfanlangen orientiert, welche man bereits fertig kaufen kann. Dass ich auf die Idee kam eine solche Zapfanlage selbst zu bauen ist angesichts der Preise für Komplett-Anlage sicher nicht mehr verwunderlich! Zwischen 700-1.900EUR kann man schnell mal für eine solche Anlage berappen. Für mich deutlich zu viel! Aber ich kann euch versichern: es geht auch günstiger!

Eine Zapfanlage kann auf zwei Arten aufgebaut sein. Es gibt Zapfanlagen mit Durchlaufkühler und Zapfanlagen mit Fassbierkühlschrank. Sicherlich gibt es noch weitere Arten und Varianten – vor allem in der Gastronomie werden häufig verschiedene Komponenten miteinander kombiniert. Für unsere Heim-Zapfanlage wird ein Kühlraum im Keller in Kombination mit einer isolierten Getränkeleitung ins Wohnzimmer wohl eher die Seltenheit sein.

Durchlaufkühler vs. Fassbierkühlschrank – Was ist das richtige für mich?

Ein Durchlaufkühler zeichnet sich dadurch aus, dass das angeschlossene Bierfass nicht vorgekühlt werden muss. Der Durchlaufkühler kann als Trockenkühler oder Nasskühler aufgebaut sein. Vereinfacht gesagt, wird der Trockenkühler an das Stromnetz angeschlossen und kühlt das Bier beim „durchlaufen“ des Gerätes mithilfe einer Kühleinheit auf die vorher eingestellte Temperatur. Ein Nasskühler arbeitet mit einer in die Maschine einfüllbaren Flüssigkeit, meist Wasser, welche im Gerät heruntergekühlt wird. Das Bier durchläuft eine Kühlspirale, welche sich in der Flüssigkeit befindet und kühlt dabei ab. Wenn ihr mehr über das Thema erfahren wollt, kann ich euch diesen Artikel von Jörg Krüger im Braumagazin empfehlen. Durchlaufkühler haben ihren Preis. Außerdem sind sie ohne Umbau nicht für das Zapfen von Guinness geeignet. Komplett-Sets starten preislich bei ca. 320EUR. Der Umbau auf eine Guinness-Zapfanlage schlägt in etwa mit weiteren 130-150EUR zu buche.

Fassbierkühlschränke haben je nach Aufbau diverse Vor- und Nachteile im Vergleich zum Durchlaufkühler. Durchlaufkühler sind in der Regel transportabel. Entscheidet ihr euch für einen Einbaukühlschrank, entfällt dieser Vorteil. Wie man einen Einbaukühlschrank jedoch transportabel machen kann, erfährst du in den nächsten Wochen.

Der Vorteil eines Fassbierkühlschranks liegt in meinen Augen beim einfacheren Aufbau, dem günstigeren Preis (zumindest bei Marke „Eigenbau“) und dem hübscheren Design. Einen Durchlaufkühler ansehnlich zu gestalten, ist eine Herausforderung für sich, es sei denn, man steht auf den reinen polierten Edelstahl-Look. Der Nachteil liegt sicherlich in der Bierkühlung. Man benötigt einen leistungsstarken Kühlschrank, welcher über genügend Fassungsvermögen für ein 30 bzw. 50-Liter Fass verfügt. Sofern das Fass nicht durch den Lieferanten vorgekühlt wird, sollte das Fass einige Tage im Kühlschrank auf die entsprechende Temperatur (bei Guinness ca. 4°C) heruntergekühlt werden. Das kostet Strom, ist zeitaufwendig und sollte bei der Planung berücksichtigt werden. Was man für einen selbstgebauten Fassbierkühlschrank alles benötigt, das wird im Folgenden erläutert.

Was wird benötigt?

Da sich der Aufbau unserer selbstgebauten Zapfanlage an denjenigen orientiert, welche es zu kaufen gibt, lässt sich auch die Liste der benötigten Komponenten aus diesen Komplett-Sets herauslesen. Wir benötigen:

Grundmaterialien:

– Ein Kühlschrank mit genügend Fassungsvermögen für ein 30 bzw. 50-Liter Fass
– Eine Bierleitung, eine Biergas-Leitung und entsprechendes Verbindungsmaterial
– Einen Stickstoff-Druckminderer (unterscheidet sich von CO2-Druckminderern)
– Ein Zapfkopf vom Typ U
– Eine Zapfsäule
– Einen Zapfhahn

Verbrauchsmaterialien:

– Eine Flasche mit Biergas (Mischung aus Stickstoff und CO2)
– Ein Fass Guinness (30 bzw. 50-Liter)

Werkmaterialien:

Bevor ich hier jedes benutzte Werkzeug einzeln aufführe, sei darauf verwiesen, dass sich die komplette Zapfanlage grundsätzlich mit einem durchschnittlich bestückten Werkzeugkasten montieren lässt. Darüberhinaus benötigt ihr:

– Eine Bohrmaschine
– Ein Lochbohr-Aufsatz (hierauf wird im nächsten Beitrag genauer eingegangen werden)

Auf alle in dieser Liste benötigten Komponenten werde ich in einzelnen Beiträgen genauer eingehen. So kann beispielsweise die Wahl des richtigen Kühlschranks über Erfolg oder Misslingen des Projektes entscheiden. Außerdem erhältst du Tipps, wo ich welche Teile besorgt habe und wie man den ein oder anderen Euro sparen kann.

Der Kostenfaktor

Eine wichtige Frage ist sicherlich die nach den Kosten. Was kostet eine solche Anlage denn nun? Die Antwort ist: …das kommt drauf an…! Je nach Grad der Eigenleistung und den verwendeten Materialien sowie Präferenzen kann eine solche Zapfanlage im Preis erheblich schwanken. Ich habe bei meiner Recherche von Komplett-Zapfanlagen „Marke Eigenbau“ für 30EUR gelesen – allerdings nicht guinnesstauglich! Eine Grenze nach oben gibt es vermutlich gar nicht. Daher will ich im weiteren meine Berechnungen offenlegen, welche ich aufgrund meiner Recherchen für mein Projekt angesetzt habe. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass für mich neben der Funktionalität auch die Optik eine wichtige Rolle spielt. Daher wird das ein oder andere Produkt auf meiner Einkaufsliste landen, welches nicht unbedingt für eine funktionstüchtige Zapfanlage benötigt wird. Daneben nehmen noch weitere optionale Bestandteile Einfluss auf die Kosten:

Die Zapfanlage soll

– beweglich sein,
– transportabel sein (hierfür ist es notwendig, dass sich die Zapfsäule demontieren lässt),
– farblich zum Thema „Guinness“ passen und
– über einen Original Guinness-Zapfhahn verfügen.

Unter Berücksichtigung all dieser Voraussetzungen habe ich mir eine Obergrenze von 300EUR für die komplette Anlage gesetzt. Ich kann jetzt schon sagen, dass dieses Ziel aufgrund bestimmter Ereignisse, auf welche ich in den jeweiligen Beiträgen eingehen werde, nur schwer realisiert werden wird. Ich halte 320 bis 350EUR für realistisch. Verzichtet man auf die eben genannten Dinge, wie z.B. einen Original Guinness-Zapfhahn oder farbliche Abstimmung, ist eine Obergrenze von 300EUR definitiv realistisch. Nicht mit eingerechnet sind dabei jedoch die Verbrauchsmaterialien (Fass und Biergas).

Nachdem nun die Rahmenbedingungen geklärt sind, werden im nächsten Beitrag den einzelnen Arbeitsschritte geplant. Dabei werden erste Vorbereitungen für den Aufbau getroffen und ich gebe euch Tipps zur Teile-Recherche, damit das Kostenziel nicht schon zu Beginn in Gefahr gerät…

20.02.2018

Recherche-Tipps für die selbstgebaute Zapfanlage

Du weißt nun bereits, was du alles für deine selbstgebaute Zapfanlage brauchst? Dann geht es jetzt an den anstrengendsten Teil: günstige und gute Angebote für die benötigten Gerätschaften finden… Hier erfährst du, wo ich die besten Schnäppchen und die günstigsten Angebote gefunden habe…

Geduld zahlt sich aus…

Eines vorab: Ich habe Stunden mit der Suche nach günstigen Angeboten und den richtigen Utensilien für die Zapfanlage verbracht. Dieser Artikel soll es dir ermöglichen, zeitsparend und übersichtlich an erste Quellen zu gelangen. Die folgenden Links sind nicht abschließender Natur. Ebenfalls übernehme ich keine Haftung für die Inhalte der Links. Außerdem erhalte ich auch keinerlei Provisionen etc.! Wenn du ein anderes Portal oder Angebot findest/kennst, dass ebenfalls gute Angebote verspricht, dann schreib es doch in die Kommentare! Nun aber zu den Seiten, die mir bei der Recherche geholfen haben…

E-Bay Kleinanzeigen

Sicherlich die besten Chancen für Schnäppchen habt ihr bei E-Bay Kleinanzeigen. Hierbei handelt es sich um ein Portal welches gebrauchte Gegenstände online verkauft. Es unterscheidet sich von seinem großen Bruder E-Bay dadurch, dass ihr nicht im Auktions-Stil auf einen Artikel bietet, sondern dass ihr den Verkäufer bei Interesse direkt telefonisch oder per Mail kontaktieren könnt. Hier kann man oft auch noch mal über den angegebenen Preis verhandeln. Vor allem für die größeren Komponenten wie Kühlschrank, Zapfsäule oder Schankhahn lohnt sich ein Blick in E-Bay Kleinanzeigen. Die Verkäufer geben übrigens oft auch an, ob sie einen Artikel gegen eine zusätzliche Gebühr innerhalb Deutschlands versenden. Unter Umständen kann es also günstiger sein einen Artikel deutschlandweit zu suchen und etwas mehr für den Versand zu zahlen, anstatt nur im eigenen Umkreis nach Selbstabholer-Artikeln Ausschau zu halten.

Für die kleineren Artikel (Schläuche, Schrauben, etc.) lohnt sich E-Bay Kleinanzeigen in meinen Augen eher weniger. Oft werden hier alte und verbrauchte Zapfanlagen angeboten, bei deinen es zumindest fraglich ist, ob man die gekauften Schläuche überhaupt noch für das eigene Bier verwenden will. Die Artikel lassen sich an anderer Stelle oft sowieso kostengünstiger erwerben… Dazu aber später mehr. Abschließend sei noch erwähnt, dass es sich hier grundsätzlich (in den meisten Fällen) um Privatverkäufe handelt, bei denen keine Garantie besteht oder Rücksendungen möglich sind.

E-Bay

Auf E-Bay ist das Angebot deutlich umfangreicher als auf E-Bay Kleinanzeigen. Hier werden sowohl Gebrauchtartikel wie auch Neuware angeboten. Manche Artikel lassen sich per Auktion ersteigern, eine zunehmende Zahl an Artikeln lassen sich jedoch auch per Sofort-Kauf erwerben. Bei E-Bay konnte ich gute Erfahrungen mit Zapfhähnen und Schanksäulen machen. Oft sind hier auch andere Onlinehändler unterwegs, welche das Portal nur als Verkaufsfläche benutzen, eigentlich aber über einen eigenen Online-Shop verfügen. Teilweise kann dies dazu führen, dass ein Blick in den Online-Shop des Verkäufers zu günstigeren Preisen führt. Daher mein Tipp: werft immer einen Blick auf den Namen des Verkäufers. Gegebenenfalls lohnt sich ein Blick in seinen Online-Shop. Allerdings habe ich auch schon das umgekehrte Phänomen erlebt: Die Waren im Online-Shop wurden teurer angeboten als auf E-Bay oder es kamen zusätzliche Versandkosten dazu, auf welche im E-Bay Inserat verzichtet wurde…Hier lohnt sich entsprechend also auch der umgekehrte Weg. Erst im Online-Shop schauen und dann mit E-Bay vergleichen. Sofern es sich übrigens um professionelle Händler handelt, könnt ihr bei E-Bay oft von einem Rückgaberecht gebrauch machen. Lest euch dazu die Artikel- und Versandbedingungen genauer durch.

Amazon

Erstaunlicherweise war Amazon.de überhaupt nicht ergiebig bei der Suche nach Schnäppchen für den Bau einer Zapfanlage. Vermutlich sind die Produkte einfach nicht Mainstream genug. Auch auf dem Amazon Marketplace (durch welchen Händler die Möglichkeit erhalten ihre Produkte über die Amazon-Plattform zu vertreiben) war nicht viel zu holen. Daher neige ich persönlich dazu euch diesen Zeitaufwand zu ersparen. Schaut lieber woanders.

Online-Händler

Online-Händler für Zapfanlagenzubehör waren schnell gefunden. Leider bemerkte ich dann, dass sich viele der Händler auf Großkunden und die Gastronomie spezialisiert hatten. Daher habe ich bei der Recherche eine Auswahl an drei Onlinehändlern für Zapfanlagenzubehör gefunden, welche auch an Privatpersonen verkaufen. Das sind zapfanlagendoktor.de, ich-zapfe.de und schankanlagen-fachbetrieb.de. Alle drei befinden sich preislich in etwa derselben Liga, was eine Auswahl für mich persönlich deutlich erschwerte. Im weiteren Verlauf dieses Blogs werde ich an den geeigneten Stellen auf die einzelnen Händler näher eingehen und euch erklären, warum ich mich an welcher Stelle für welchen Händler entschieden habe und weshalb es sinnvoll sein kann eine Bestellung zu splitten, das heißt auf zwei Händler aufzuteilen.

Offline-Händler bzw. Händler vor Ort

Eine weitere und sicherlich sinnvolle Variante sich die benötigten Komponenten zu besorgen sind Händler vor Ort. Leider stand ich hier vor einem großen Problem. Während es in den Ballungszentren und Hauptstädten unserer Republik sicherlich kein großes Problem ist einen geeigneten Händler für entsprechende Produkte zu finden, war es mir nicht möglich in der näheren Umgebung einen Ansprechpartner ausfindig zu machen. So war ich gezwungen auf die Online-Ressourcen zurückzugreifen. Sofern ihr einen solchen Laden in eurer Nähe habt, lohnt es sich sicherlich mal dort vorbei zu schauen. Dabei haben Einzelhändler ihre Vor- und Nachteile. In aller Regel werden die benötigten Utensilien teurer sein als im Internet, allerdings erhaltet ihr eine fachkunde Beratung und könnt euch Nachbestellungen aufgrund nicht-bedachter Komponenten ersparen. Daneben könnt ihr hier bestimmt auch den ein oder anderen Insider-Tipp für den Umgang mit Problemen erhalten.

Die Kombination

Wie ihr im Laufe des Blogs bemerken werdet, kann es oft sinnvoll sein die einzelnen Händleroptionen zu kombinieren. Das eine Produkt ist bei Händler A vielleicht günstiger, jedoch bietet Händler B einen kostenfreien Versand an und somit kommt ihr unter dem Strich günstiger raus. Wer wirklich das günstigste Schnäppchen finden will, brauch einen langen Atem und viel Geduld.

Bestellen im Ausland

Ein Mal war ich aufgrund eines „Christmas-Offer“ kurz davor meine kompletten Artikel bei kegworks.com in den USA zu bestellen. Aufgrund irgendwelcher Einfuhrbestimmungen für Stickstoff konnte ich die Bestellung aber nicht abschließen. Trotz den 50$ Versandkosten wäre die Bestellung hier günstiger gewesen. Allgemein scheint das Thema „Selbst zapfen“ in den Staaten deutlich verbreiteter zu sein. Ebenso lohnt sich ein Blick über den Kanal zu unseren Freunden aus Großbritannien und Irland. Teilweise gibt es auch hier günstige Artikel. Allerdings sollte man sich vor allem bei Bestellungen aus den USA und anderen Nicht-EU-Ländern im klaren darüber sein, dass bestimmte EU-Normen für Anschlüsse oder Lebensmittelsicherheit nicht gelten. Daher sollten die bestellten Artikel vor dem Kauf entsprechend genau untersucht werden. Eine Rückversand ist hier meistens mit erheblichen Mehrkosten verbunden.

Das Bestellen im Ausland wird in den nächsten Jahren sicherlich noch interessanter, denn eine neue EU-Richtlinie setzt sich gegen ungerechtfertigtes Geoblocking ein. Welche Auswirkungen das genau auf den Kauf einzelner Artikel hat, kann ich derzeit noch nicht beurteilen.

Getränke- und Gasehändler

Bisher keine Erwähnung haben die Getränkehändler vor Ort gefunden. Auch hier konnte ich bei der Recherche viele gute Informationen bezüglich des Aufbaus erhalten. Allerdings werde ich mich dieser Thematik und meinem Vorgehen in meinem Beitrag über die Beschaffung eines Guinness-Fass noch mal genauer annehmen.

Bei den Gashändlern sah die Sache schon anders aus. Leider bekam ich hier teilweise gar keine Antworten. Das Gas für die Zapfanlage zu besorgen stellt momentan die größte Herausforderung dar. Auch das wird in einem eigenen Beitrag noch genauer erläutert. Erste Tipps bekam ich von Öl-Ankele. Das ist ein Unternehmen in meiner Heimatstadt, welches sich mit Kraftstoff-und Gashandel befasst. Nach schriftlicher Anfrage setzte man sich für mich ein, leider war das Gas direkt über sie nicht zu beziehen.

Wie sieht es bei euch aus? Vor welchen Problemen beim Kauf oder der Recherche von Artikeln für eure Zapfanlage standet ihr? Habt ihr Tipps für gute und günstige Bezugsquellen oder vielleicht auch bereits Erfahrungen zum Service des einen oder anderen Händlers gemacht? Woher konntet ihr euer Stickstoff beziehen? Es würde mich freuen wenn ihr eure Informationen mit uns in den Kommentaren teilt…

Bis dahin alles Gute und viele Grüße!

Oli

PS: Im nächsten Beitrag starten wir endlich mit dem ersten Aufbau. Ich erkläre euch alles über den passenden Kühlschrank, wo ihr ihn findet, auf was ihr unbedingt achten solltet und welche Tricks es zu beachten gibt…

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